Walter Oberbramberger
Consultant M.O.O.CON GmbH
Im dritten Wiener Gemeindebezirk, direkt an der Erdberger Lände, wurde im eNNa einem ehemaliges Postverteilerzentrum ein zweites Leben geschenkt. In diesem Rahmen hat Acredia Versicherung AG eine Mietfläche von 1.500m² bezogen, die von Atelier Fröhlich in eine offene, zeitgemäße Arbeitswelt verwandelt wurde.
Der Wunsch des Kunden war klar: weg vom klassischen Zellenbüro, hin zu einem Open Space, der Austausch und Gemeinschaft fördert, ohne dabei die Möglichkeit zu konzentriertem, ungestörtem Arbeiten zu verlieren. Vor allem aber sollten sich die Mitarbeiter:innen im Alltag wieder begegnen und miteinander ins Gespräch kommen – ein Anspruch, der die gesamte Raumkonzeption trägt. Entstanden ist eine Fläche, die zwischen offener Kommunikation und stillem Rückzug vermittelt, mit Fokusräumen und einzelnen Raum-in-Raum-Boxen als ruhige Gegenpole zur offenen Bürolandschaft.
Eine begrünte Wand mit integriertem Unternehmens-Branding prägt den Eingangsbereich und schafft einen einladenden Empfang für Mitarbeitende und Besucher. Der Loungebereich mit Garderobe fungiert als repräsentativer Wartebereich.
Nahe dem Eingang schließt die Cafeteria an, der eigentliche gesellschaftliche Mittelpunkt der Fläche. Eine lange Theke lädt zum Zubereiten und Plaudern ein, darüber schwebt eine Hängeleuchte mit integrierter Begrünung, die dem Raum eine warme, fast wohnliche Note verleiht. Eine Sitzinsel in der Raummitte schafft einen weiteren Treffpunkt abseits der Theke, während Wandverkleidungen in Holz den Raum akustisch beruhigen und optisch fassen. Hier verweilt man gerne – ob für den kurzen Kaffee zwischendurch oder das längere Gespräch mit Kolleg:innen.
Der Cafeteria gegenüber liegt ein Multifunktionsraum, der über mobile Wände direkt zur Cafeteria hin geöffnet werden kann. So entsteht bei Veranstaltungen eine großzügige, zusammenhängende Fläche, unterstützt durch flexible Möblierung, die sich je nach Nutzung neu konfigurieren lässt. Zwei Videokonferenzwände machen den Raum zugleich für große Besprechungen nutzbar; durch Teilung entstehen bei Bedarf zwei kleinere Einheiten für vertraulichere Runden. Zusätzlich stehen zwei repräsentative Besprechungsräume auf der Fläche zur Verfügung.
Der Übergang vom Zellenbüro zum offenen Grundriss verlangte besondere Aufmerksamkeit für die Raumakustik. Wandverkleidungen, ein Teppichboden mit Akustikrücken, Vorhänge sowie Tisch- und Wandpaneele sorgen dafür, dass die Offenheit der Fläche nicht zulasten der Konzentration geht.
Ein Highlight der Fläche ist die große Terrasse: Mit Theke, Stehtischen, Essbereichen und Loungemöbeln ausgestattet, dient sie nicht nur als Pausenfläche, sondern lädt auch zum gemeinsamen After-Work-Drink ein – eine Erweiterung des Büros in den Außenraum.
Die Farbwelt der Fläche greift die CI des Unternehmens auf und wird bewusst durch viel Holz sowie freundliche Grüntöne gebrochen. Dieser Materialmix zieht sich konsequent durch Bodenbelag, Möblierung und Bezugsstoffe. Auch die Begrünung war dem Kunden ein zentrales Anliegen: Anstatt die Schrankoberflächen mit Papier zu überladen, wurden diese bewusst mit Pflanzaufsätzen bestückt. Aus diesem Gedanken heraus entstand ein eigens entwickeltes Möbelstück – rückseitig eine Schiebetürschrank-Kombination mit zentraler Recyclingstation und Pflanzaufsatz, vorderseitig eine Sitzbank für kurze Abstimmungen oder als Wartemöglichkeit. Das Möbel übernimmt damit gleich zwei Aufgaben: es begrünt und organisiert die Fläche und trennt gleichzeitig die Gangbereiche von den Arbeitszonen.
Den Abschluss des Konzepts bildet die von Atelier Fröhlich und SJ Design Studios entwickelte Signaletik. Folierungen an den Glaswänden schaffen Transparenz zwischen den Bereichen und greifen das Logo des Unternehmens auf – nicht plakativ, sondern in einer subtilen, gespiegelten Interpretation, die sich erst auf den zweiten Blick erschließt. Auch die Sanitärbereiche wurden in dieses Leitsystem miteinbezogen: eigens gestaltete, elegante Piktogramme führen die gestalterische Handschrift bis ins letzte Detail fort und runden das Projekt ab.
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